luto ist der äußerste Planet des Sonnensystems und wurde erst am 18. Februar 1930 von Clyde Tombaugh am Lowell-Observatorium als Objekt 15. Größe entdeckt. Um Pluto im Fernrohr zu erkennen sind Öffnungen von mindestens 30 cm erforderlich, mit CCD-Technik reichen bereits 10 bis 12 cm Öffnung aus. Er benötigt 247,68 Jahre für die Reise um die Sonne und rotiert in 6 Tagen 9 Stunden 18 Minuten um die eigene Achse. Pluto wird von dem Mond Charon begleitet.
Die Suche nach einem Planeten jenseits des Neptun begann im Jahre 1905, als man Abweichungen zwischen der beobachteten und der berechneten Bewegung von Uranus und Neptun fand. Heute weiß man allerdings, daß Pluto lediglich ein Fünftel der Mondmasse besitzt und insofern Uranus und Neptun gravitativ nicht stören kann. Die Plutobahn ist stärker gegen die Ekliptik geneigt und weist eine stärkere Elliptizität auf als jede andere Planetenbahn. Sein Abstand von der Sonne schwankt zwischen 30 und 50 AE. Sein Perihel erreichte er 1989, und zwischen 1979 und 1999 ist er der Sonne näher als Neptun. Durch die Entdeckung des Mondes Charon wurde es möglich, den Durchmesser und die Masse Plutos genauer zu bestimmen. Der heute beste Wert für den Durchmesser ist 2320 ± 25 Kilometer. Plutos durchschnittliche Dichte ist etwa doppelt so groß wie die von Wasser. Der Planet besteht vermutlich aus einer dicken Wassereisschicht, die teilweise hydratisierten Felsen umgibt. Charon und Pluto sind in einer synchronen Rotation mit einer Periode von 6,39 Tagen gefangen. Plutos Rotationsachse ist 122° gegen die Ekliptikebene geneigt, so daß der Planet - wie Uranus - sich retrograd dreht und gleichsam "auf der Seite liegt". Zwischen 1985 und 1990 kam es zu einer Reihe von gegenseitigen Bedeckungen der beiden Objekte. Eine solche Serie von Ereignissen findet von der Erde aus gesehen nur zweimal im Laufe eines Plutojahres von 248 Erdjahren statt. Dabei war es möglich, die spektralen Signaturen von Pluto und Charon zu unterscheiden und die ersten groben Albedo-Karten der Plutooberfläche zu erstellen. Sie bestätigten die früheren Vermutungen ein stark uneinheitlichen und veränderlichen Oberfläche, die auf Helligkeitsänderungen während der Rotationsperiode, aber auch auf längerer Zeitskala basierten. Im Gegensatz zu Charon, der grau ist, ist Plutos Oberfläche rötlich gefärbt. Mit Infrarotspektroskopie entdeckte man schon 1976 Methaneis auf Pluto. Die Bedeckung eines Sterns durch Pluto im Jahr 1988 enthüllte die Existenz einer dünnen, ausgedehnten Atmosphäre. Stickstoff- und Kohlenmonoxid-Eis wurden 1992 auf der Oberfläche entdeckt. Die Oberflächentemperatur beträgt etwa 40 K. 1996 zeigten Beobachtungen mit dem Hubble Space Telescope erstmals breite helle und dunkle Strukturen auf der Plutooberfläche.
Claus Münch
|
Datenblatt:
|
Äquatorradius
Polradius
Mittlere Dichte
Rotationsdauer
Äquatorneigung gegen Bahnebene
Umlaufzeit
Mittlere Bahngeschwindigkeit
Bahnneigung gegen Ekliptik
Kleinster Sonnenabstand
Größter Sonnenabstand
Bahnexzentrizität
|
|
1151 km
1151 km
~2 t/m3
6 Tage 9 Std. 18 Min.
keine Angaben
247,68 Jahre
4,74 km/s
17,15° Grad
4425 Mio. km
7375 Mio. km
0,25
|
|
Monde: 1
|
Charon
Entdeckt: 2.7.1978
Durchm: 1.270 km
Entf.Planet: 19.405 km
|
|
|