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Die Oberflächentemperaturen auf Merkur sind alles andere als freundlich. Am Tage erreichen sie Spitzenwerte von rund 400° Celsius und in der Nacht fallen die Werte auf frostige minus 120° Celsius da er keine Atmosphäre besitzt, die die Wärme speichern könnte, sind dies Bodentemperaturen und nicht Luftwerte wie auf der Erde. Wegen der fehlenden Atmosphäre gibt es auf Merkur kein Wetter in unserem Sinn, sondern lediglich lange Tage, die von der Hitze geprägt sind. Die Sonde MARINER 10 stellte jedoch fest, das Merkur von einer hauchdünnen Atmosphäre aus Helium umgeben wird. Merkur bewegt sich in 87,97 Tagen einmal um die Sonne und benötigt für eine Rotation um die eigene Achse 58,6462 Tage. Sein Sonnenabstand pendelt zwischen 45,9 und 69,7 Millionen Kilometern. Merkurs Kruste ist erstarrt und sein Inneres ausgekühlt, somit gleicht er nicht nur durch seine Krateroberfläche dem Mond. Merkur ist wegen der Sonnennähe schwierig mit dem bloßen Auge, einem Fernglas oder gar Teleskop zu beobachten. Er ist höchstens in einem Winkel von 27° Grad von der Sonne entfernt problemlos sichtbar. Ein besonderes Schauspiel bietet er allerdings, wenn er vor der Sonne vorüberzieht. Dann ist er vor der Sonnenscheibe mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen und Geräten als schwarzer Punkt gut zu erkennen. Aus diesem Grunde zeigt Merkur ebenso wie der zweite innere Planet, Venus, Phasen, ähnlich wie der Mond. Bis zum Vorbeiflug der Sonde Mariner 10 in den Jahren 1974 und 1975 war nur wenig über die Oberfläche und sonstige Eigenschaften des Planeten bekannt. Die Sonde lief auf einer Bahn um die Sonne, auf der sie dreimal an dem Planeten vorbeiflog, bevor ihr Steuergas zur Neige ging und sie sich nicht mehr kontrollieren ließ. Mit den übersandten Aufnahmen ließen sich etwa 35 Prozent der Oberfläche kartieren. Etwa 70 Prozent des erfassten Gebietes ist stark von Kratern zerfurcht. Die auffälligste Formation ist das Caloris-Becken, ein riesiger Einschlagskrater mit einem Durchmesser von 1 300 Kilometern - entsprechend einem Viertel von Merkurs Durchmesser. Der verhältnismäßig ebene Boden dort ist durch Auffüllen mit geschmolzenem Material der Asthenosphäre entstanden. Gebiete derselben Art bedecken Teile des Auswurfmaterials. Der Einschlag ereignete sich vor etwa 3.8 Milliarden Jahren und löste damit einen bereits seit rund hundert Millionen Jahren erloschenen Vulkanismus wieder aus. Hierdurch entstanden die ebenen Gelände innerhalb des Beckens und in dessen Umgebung. Auf der gegenüberliegenden Seite des Planeten findet man ein merkwürdig chaotisches Gebiet, das vermutlich durch die beim Aufschlag ausgelöste Schockwelle entstanden ist. Auffällig sind ebenfalls gewundene Böschungen (Rupes) zwischen einigen hundert und 3 000 Meter hohen Bergrücken, die vermutlich entstanden, als sich die Kruste beim Abkühlen des Planeten zusammenzog. In einigen Fällen durchziehen sie auch Krater. Der Planet rotiert so langsam, daß ein Tag zwei Jahren entspricht. Hierdurch entstehen enorme Temperaturunterschiede. Im sonnennächsten Punkt (Perihel) treten auf der Tagseite Temperaturen bis zu 430°C auf, während sie auf der Nachtseite auf -170°C absinken. Wegen dieser hohen Temperaturen und der geringen Masse kann Merkur keine Atmosphäre halten. Es wurden jedoch geringe Mengen an Schwefel und Helium nachgewiesen. Sie werden vermutlich frei, wenn Mikrometeorite auf der Oberfläche einschlagen oder radioaktive Elemente im Oberflächenmaterial zerfallen, oder sie werden aus dem Sonnenwind eingefangen. Merkur besitzt eine nur um weniges geringere Dichte als die Erde. Zieht man die geringe Größe und damit einen geringeren Druck im Innern in Betracht, so kommt man zu der Vermutung, daß etwa 70 Prozent der Gesamtmasse in einem ausgedehnten Eisenkern stecken müssen, der etwa 75 Prozent des Radius einnimmt. Auch ein schwaches Magnetfeld, das etwa ein Prozent des irdischen erreicht, spricht für einen metallischen Kern. Claus Münch
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