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Bei der Beobachtung des Planeten fällt auch dem Ungeübten eine deutliche Rotfärbung auf. Da der Mars außerhalb der Erdbahn um die Sonne kreist, wird er alle 25,5 Monate von der Erde auf der innenliegenden Bahn überholt. Dabei geraten die Planeten in Opposition („Gegenüberstellung“) zur Sonne. Während dieser Zeit kann er die ganze Nacht hindurch beobachtet werden. Auch der Mars gehört zu den Planeten die mühelos und ohne optische Hilfsmittel am Himmel gesehen werden können. Der Planet wird von den zwei Monden Phobos und Deimos begleitet. Phobos, der innere Mond zieht in einer Höhe von knapp 6.000 km seine Bahnen und Deimos bewegt sich in etwa 20.000 km Höhe. Für eine Marsumrundung benötigt Phobos weniger als acht Stunden, während Deimos fast dreißig Stunden unterwegs ist. Die Monde wurden bereits im Sommer des Jahres 1877 von dem amerikanischen Astronom Asaph Hall unter sehr günstigen Beobachtungsbedingungen entdeckt. Lange Zeit wurde der Mars als der wahrscheinlichste Ort für die Existenz außerirdischen Lebens angesehen. Unterstützt wurde diese Vermutung durch die Beobachtung, daß der Mars Polkappen besitzt und jahreszeitliche Änderungen auftreten. Im 19. Jahrhundert gab es mehrere Beobachter, darunter insbesondere Percival Lowell, die meinten, auf der Oberfläche ein ausgedehntes, von intelligenten Wesen angelegtes System von Kanälen ausmachen zu können. Die Untersuchung des Roten Planeten mit Raumsonden hat jedoch die Hoffnungen für Leben auf dem Mars zerstört. Allerdings haben Untersuchungen an Meteoriten, die vermutlich vom Mars stammen, Spekulationen angeheizt, daß es in ferner Vergangenheit, als es auf Mars feuchter und wärmer war, doch mikroskopisches Leben gegeben haben könnte. Die USA haben sechs erfolgreiche Sonden zum Mars geschickt: Im Jahre 1965 Mariner 4, 1969 Mariner 6 und 7, 1971 Mariner 9 und 1976 Viking 1 und 2. Nach dem Fehlschlag des Mars Observer 1993, starteten die USA den Mars Global Surveyor und Mars Pathfinder, die den Planeten 1997 erreicht haben. Mars hält man für ein realistisches Ziel für eine bemannte Landung im frühen 21. Jahrhundert. Mars weist eine relativ geringe Dichte auf, die 3.95mal größer ist als die von Wasser. Hieraus schließt man, daß 25 Prozent seiner Masse in einem Eisenkern stecken. Die Kruste weist hohe Anteile an Olivin und Eisenoxid auf, was ihm seine rote Färbung verleiht. Er besitzt ein schwaches Magnetfeld, dessen Feldstärke nur zwei Prozent der irdischen ausmacht. Er besitzt eine dünne Atmosphäre, deren Druck am Boden nur 0.7 Prozent von dem auf der Erde ausmacht. Sie besteht zu 95.3 Prozent aus Kohlendioxid, 2.7 Prozent aus molekularem Stickstoff und 1.6 Prozent Argon. Sauerstoff ist nur in geringen Spuren vorhanden. Trotz der geringen Dichte kommt es hin und wieder zu Staubstürmen, die den gesamten Planeten einhüllen können. Auch Wolken und Dunst können sich bilden. Morgennebel entsteht in Tälern, und orographische Wolken treten auf, wenn ein kühler Wind die Atmosphäre über die hohen Berge insbesondere der Tharsis-Region weht. Im Winter ist die Nordpolkappe in einen Schleier aus eisigem Dunst und Staub eingehüllt. Über dem Südpol ist dieser Effekt weniger stark ausgeprägt. Die Polkappen sind mit einer dünnen Schicht aus Eis, wahrscheinlich einem Gemisch aus Wassereis und gefrorenem Kohlendioxid, bedeckt. Aufnahmen mit hoher Auflösung zeigen spiralförmige und vom Wind verwehte Ablagerungen. Die Nordpolregion ist von ausgedehnten Dünen umgeben. Die Ausdehnung der Eiskappen schwankt mit den Jahreszeiten. Dieser Effekt wird, ebenso wie auf der Erde, durch die Neigung der Rotationsachse (um 25°) gegen die Umlaufebene verursacht. Da ein Marsjahr etwa zwei Erdjahren entspricht, dauern auch die Jahreszeiten doppelt so lang. Wegen der starken Exzentrizität der Marsbahn sind sie jedoch unterschiedlich lang. Der Sommer auf der Südhalbkugel, wenn sich der Planet nahe am Perihel befindet, ist kürzer und heißer als auf der Nordhalbkugel. Jahreszeitliche Änderungen in der Erscheinungsform von Oberflächenmerkmalen werden mit physikalischen und chemischen Vorgängen erklärt. Die Topographie zeigt auf zwei Hemisphären ein unterschiedliches Aussehen, wobei die beiden Hälften durch einen Kreis markiert werden, der um etwa 35° gegen den Äquator geneigt ist. Der südliche Teil besteht größtenteils aus altem, stark mit Kratern zerfurchtem Gelände. Hier findet man auch die großen Becken: Hellas, Argyre und Isidis Planitia. Die nördliche Hemisphäre wird dagegen von jüngerem, weniger mit Kratern übersäten Gelände dominiert, das zudem 2 bis 3 Kilometer tiefer liegt als das südliche. Die höchsten Gebiete sind die großen Vulkane des Tharsis und Elysium Planitia. In beiden Gegenden gibt es riesige, erloschene Vulkane, von denen der größte Olympus Mons heißt. Diese Vulkangebiete befinden sich am östlichen und westlichen Ende eines enormen Canyon-Systems, dem Valles Marineris, das sich über eine Länge von 5 000 Kilometern in der Äquatorgegend erstreckt und im Durchschnitt 6 Kilometer tief ist. Vermutlich entstand es durch eine Faltung, bei der sich der Tharsis-Rücken aufschob. Einige Beobachtungen von Kanälen deuten darauf hin, daß es früher flüssiges Wasser auf dem Mars gegeben hat. Kanäle im Valles Marineris scheinen durch plötzliche Überflutungen entstanden zu sein. Außerdem gibt es einige stark gewundene, ausgetrocknete Flußbette mit zahlreichen Nebenflüssen, die ausschließlich in den stark mit Kratern zerfurchten Gebieten auftreten. Zwei kleine Monde, Phobos und Deimos, umrunden den Mars in geringem Abstand auf nahezu kreisförmigen Bahnen, die in der Äquatorebene liegen. Von der Erde aus sind sie nur schwer beobachtbar. Da sie sich stark von ihrem Planeten unterscheiden, vermuten einige Astronomen, daß es sich um eingefangene Asteroiden handelt. Claus Münch
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