Erde
U
nser Heimatplanet ist der Dritte im Sonnensystem. Aus Sicht der Astronomie gehört die Erde zu der Gruppe erdähnlicher Planeten, zu der auch Merkur, Venus und Mars gehören. Oft wird der Ursprung, die Struktur und die Entwicklung der Erde mit dieser Gruppe sowie dem Mond verglichen.

Die Erde wird, bemessen an der Größe, von einem verhältnismäßig großen Mond begleitet. Sie umrundet die Sonne in 365,256 Tagen (siderisches Jahr) auf einer leicht elliptischen Bahn. Die Sonnenabstände schwanken zwischen 147,1 Millionen km und 152,1 Millionen km. Ihre Rotation um die eigene Achse hat sie nach 23 Stunden 56 Minuten 4,1 Sekunden vollzogen und ist dabei um 23,45° gegen die Sonne geneigt. Der Mond umrundet die Erde in 27,32166 Tagen. Wegen der ähnlichen Rotationsdauer des Mondes sehen wir immer nur eine Seite. Durch die konstante Schrägstellung der Erdachse zur Sonne entstehen die Jahreszeiten. Erst ist die nördliche Hälfte um 23,45° geneigt, sechs Monate später die Südhalbkugel.

Würde man die Erdbewegung aus dem All mit einem Zeitraffer beobachten können, hätte man den Eindruck, dass sie innerhalb eines Umlaufs um die Sonne eben um diese 23,45° nickt. Durch diese Neigung werden zwei Sonnenstände erreicht, man spricht von größter und geringster Mittagssonnenhöhe. Es ist die Sonnwende. Einmal findet die Sommer- und ein weiteres Mal die Wintersonnenwende statt. Die Sommersonnenwende beschert uns den längsten Tag und die kürzeste Nacht im Jahr und die Wintersonnenwende die längste Nacht und den kürzesten Tag.

Die Erde hat eine Atmosphäre, deren Dichte zwischen der von Venus und Mars liegt. Sie besitzt als einziger Planet riesige Ozeane flüssigen Wassers. Das komplexe Zusammenspiel zwischen Ozeanen, Atmosphäre und der Planetenoberfläche bestimmt das Energiegleichgewicht und den Temperaturbereich auf der Erde. Wolken bedecken im Schnitt 50 Prozent der Erde, und der Wärmestau innerhalb der Atmosphäre (Treibhaus-Effekt) lässt die mittlere Temperatur um über 30 Grad ansteigen. Die gegenwärtige Zusammensetzung der Atmosphäre ist 77 Prozent Stickstoff, 21 Prozent Sauerstoff, 1 Prozent Wasserdampf und 0.9 Prozent Argon. Kohlendioxyd ist der wichtigste Spurenanteil. Die große Sauerstoffkonzentration, deren Ursprung 2 000 Millionen Jahre zurückliegt, ist eine direkte Folge des Pflanzenbewuchses. Der Sauerstoff ermöglicht die Bildung der Ozonschicht in großen Höhen, die die Oberfläche vor der tödlichen Ultraviolettstrahlung der Sonne schützt. Die Erde ist der einzige größere Planet, von dem man weiß, daß er geologisch aktiv ist. Seine großräumigen Merkmale wurden alle bestimmt durch den Aufbau, die Zerstörung, die relative Verschiebung und die Wechselwirkung von etwa einem Dutzend von Platten der Erdkruste - einschließlich der Lithosphäre -, die sich auf der weniger festen Asthenosphäre darunter verschieben. Zusammenstöße zwischen den Platten verursachen Faltengebirge und Erdbebenzonen entlang der Plattengrenzen. Seismische Wellen infolge von Erdbeben geben durch die Art ihrer Ausbreitung Aufschluss über die innere Struktur der Erde. Im Zentrum gibt es einen Metallkern aus geschmolzenem Eisen und Nickel. Die Temperatur im Zentrum beträgt etwa 4000°C. Ein Silikatmantel liegt über diesem Kern. Die äußerste Kruste ist unter den Ozeanen etwa 10 Kilometer dick und unter den Kontinenten etwa 30 Kilometer. Im Rahmen des Planetensystems ist die Oberfläche der Erde noch sehr jung. Das Basaltgestein, das die Meeresböden bildet, ist eines der jüngsten. Die präkambrischen Rücken, die etwa 10 Prozent der Erdoberfläche ausmachen, sind die ältesten und zugleich den von Kratern übersäten Gebieten am ähnlichsten, die einen großen Teil der Oberflächen anderer Planeten bilden. Auf der Erde sind durch Verwitterung fast alle Spuren ehemaliger Einschlagskrater verschwunden. Der geschmolzene Metallkern verursacht das Magnetfeld und die Magnetosphäre der Erde. Eine Schicht elektrisch geladener Teilchen in einer Höhe zwischen 50 und 500 Kilometern bildet die Ionosphäre Das Einfangen von geladenen Teilchen durch das Magnetfeld in Gebieten zwischen 60° und 75° geographischer Breite erzeugt das Phänomen des Polarlichts. Satellitenmessungen haben gezeigt, daß die Erde auch eine starke Radioquelle im Bereich der Kilometerwellen ist, die allerdings in großen Höhen erzeugt werden und daher am Boden nicht nachgewiesen werden können.

Claus Münch

Datenblatt:
Äquatorradius
Polradius
Mittlere Dichte
Rotationsdauer
Äquatorneigung gegen Bahnebene
Umlaufzeit
Mittlere Bahngeschwindigkeit
Bahnneigung gegen Ekliptik
Kleinster Sonnenabstand
Größter Sonnenabstand
Bahnexzentrizität
  6378,1 km
6356,8 km
5,52 t/m3
23 Std. 56 Min. 4,1 Sek.
23,45° Grad
365,26 Tage
29,79 km/s
0° Grad
147,1 Mio. km
152,1 Mio. km
0,02

Monde: 1
Luna
Durchm: 3.475km
Entf.-Planet: 384.400km
 

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