Foto: C. Münch
Welches Filmmaterial wird verwendet?

B
ei Diafilmen ist für den Anfang ein 21 DIN / 100 ASA ausreichend. Viele sagen der Kodak Ektachrome 100S sei recht gut, ich selber verwende Fuji SENSIA II Filmmaterial (ausschließlich im Bereich der Sternfeldfotografie). Ein 100ASA ist recht preiswert und überall leicht zu bekommen. Anfänger sollten nicht höherempfindliche Filme verwenden. Erst wenn genügend Erfahrung und Routine vorhanden ist, lohnt es sich empfindlichere Filme zu nutzen. Da höherempfindliche Filme wesentlich körniger und kontrastärmer sind müssen sie anders belichtet werden als der 100 ASA-Film. Einen Film mit 400 ASA kann man bei längeren Belichtungszeiten sehr gut verwenden. Der Fuji SENSIA II ist an sich nicht schlecht, bei der Abbildung der H-II-Nebel wegen seiner geringen Farbempfindlichkeit doch recht ungeeignet. H-II-Nebel leuchten rot, für diese Objekte setze ich Filme wie den Kodak Ektachrome ein. Einen Film mit 100 ASA empfehle ich deswegen, weil man besonders gut erkennen kann wie gut das Bild wirklich geworden ist.

Jetzt stellt sich die Frage: Warum kostenintensives Ausprobieren? Filme unterliegen einem recht schnellen Modellwechel. Meist sind die Nachfolgeserien in der Farbabstimmung nicht mehr so wie die anfänglich verwendeten Filme des gleichen Herstellers. Hier gilt es wieder mit viel zeitlicher und finanzieller Investition das geeignete Fimmaterial herauszufinden.

Für die anspruchsvolle Astrofotografie greife ich zu Farbnegativmaterial. Ihre Körnung ist im Vergleich zu Diafilmen wesentlich feiner und die Farbwiedergabe ist oftmals besser. Möchte man mangelnde Abzugsqualität verhindern, hilft eigentlich nur das Scannen der Negative auf eine CD-Rom. Die Bilddateien werden dann mit einem Bildbearbeitungsprogramm weiterverarbeitet und selber auf Fotopapier ausgedruckt. Für diesen Zweck verwendet man am besten einen Farbdrucker oder sogar Fotodrucker. (z.B. CANON bietet entsprechende Drucker an). Da die erzielten Ergebnisse für sich sprechen, lohnt sich auch die kostenintensivere Anschaffung. Farbnegativfilme mit 27 DIN / 400 ASA sind ausreichend, auch Schwarzweißfilme wie der ILFORD XP2 SUPER (400 ASA) reicht vollkommen. Bei Schwarzweißfilmen rechnen sich nur Belichtungszeiten bis etwa 20 Minuten, danach werden sie unempfindlich. Auch der T-MAX von Kodak ist eine gute Wahl. Aber wie erwähnt sind dies alles nur Tipps und Ratschläge. Ausprobieren müsst ihr schon selber.

Abschließend möchte ich vor billiger Massenware warnen, die in preiswerten Labors entwickelt wird. In diesem speziellen Bereich der Fotografie lohnt es sich immer ein paar Mark mehr auszugeben, da sonst am falschen Ende gespart wird. Mit fortschreitenden Fähigkeiten wird dies sehr schnell zu merken sein, das der Einsatz von diesem Filmmaterial rausgeschmissenes Geld ist. Mir persönlich war es lieber gleich gute Filme zu nutzen und etwas mehr Geld auszugeben. Ich habe mir mal den Spaß erlaubt und habe einen Film in einer Laborkette für eine D-Mark gekauft und diesen dort entwickeln lassen. In einem Fotofachgeschäft habe ich einen anderen Film mit gleicher Empfindlichkeit gekauft und in einem Fachlabor entwickeln lassen. Der Unterschied zwischen den Bildern war erschlagend, obwohl auf beiden Filmsorten die gleichen Motive abgelichtet wurden.

Es gibt auch noch den Bereich der CCD-Kameras; wegen mangelnder Erfahrung kann ich hierzu nichts sagen. Mit dieser Art der Fotografie werde ich mich aber noch in absehbarer Zeit vertraut machen.

Da dieses Thema so komplex ist, das schon ganze Bücher darüber geschrieben wurden, soll es zur Einführung vorerst reichen. Allerdings möchte ich davor warnen die Ansprüche an die Bilder nicht so hoch anzusiedeln. Viele unterliegen dem Irrtum dass die eigenen Bilder genauso gut werden wie die Bilder die wir aus der Fachpresse kennen. Hier veröffentlichte Bilder sind mehr oder weniger auf die von mir beschriebenen Arten entstanden aber von Profis gemacht die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Solche Ergebnisse sind erst nach vielen misslungenen Aufnahmen möglich und setzen eine gewisse Erfahrung und Routine voraus.

Ein weitere Trugschluss ist: Warum kann ich nicht das fotografieren was das Hubble-Space-Teleskop fotografiert. Möglich ist es schon diese Objekte zu fotografieren, allerdings nicht in dieser Qualität, da wir den Launen unserer Atmosphäre ausgesetzt sind. Dadurch werden viele Störungen beim Beobachten verursacht oder machen durch eine dichte Wolkendecke unmöglich. Auch störende Stadtlichter beeinflussen das Beobachten und Fotografieren. Lichtquellen hellen den Nachthimmel so auf, dass wir nur die hellsten Sterne sehen können. Fährt man aus der Stadt an einen dunklen Beobachtungsort, stellt sich der Himmel ganz anders dar. Sich hier zu orientieren fällt Anfängern meist schwer, weil sie durch schwächere Objekte verunsichert werden, da diese in der Stadt nicht zu erkennen waren.

Claus Münch

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