|
||||
|
Was braucht man nun an Ausrüstung?
Objektiven mit fester Brennweite sollte man bevorzugen, da diese meist eine höhere Lichtstärke und Schärfe aufweisen als Zoomobjektive. Ein Schiebezoom hat zudem den weiteren Nachteil, wenn es im 90 Gradwinkel in den Zenit gerichtet wird, dass sich die Scharfstellung verändert, weil das Zoomobjektiv zu leichtgängig arbeitet, insbesondere Einhandschiebezooms. Auch auf die sehr teuren Normalobjektive wie 1,2/50mm kann man getrost verzichten. Sie sind zwar sehr lichtstark müssen aber meisten auf 2,8 abgeblendet werden, damit auch in den Bildrändern eine gewisse Randschärfe erzielt wird. Bei 50mm-Objektiven reicht eine Anfangsblende von 1,8 völlig aus. Im Weitwinkelbereich sollten Brennweiten von 28mm nicht unterschritten werden, da sonst runde Bilder entstehen die wenig darstellen. Für den Telebereich genügen Brennweiten von 85mm bis 200mm zum Anfang. Objektive mit längeren Brennweiten sind wieder sehr teuer und haben oft einen Öffnungs- bzw. Farbfehler bei Sternabbildungen. Sehr gute Bildergebnisse liefern die wiederum auch sehr teuren ED-Objektive von Nikon. Erwähnenswert sind auch die noch teureren APO-Objektive von SIGMA. Zu den Objektiven möchte ich noch kurz ein Beispiel anbringen: Ein APO 800mm / 5,6 EX ist ein Supertele mit 800mm Brennweite bei Anfangsblende 5,6. APO besagt, das es sich hierbei um ein apochromatisches Objektiv handelt, welches Farbuntreue weitgehendst vermeidet. Diese Technik wird auch im Bereich der Linsenteleskope (Refraktor) eingesetzt. Dort spricht man von Fraunhofer-Achromat. Das beschriebene APO wird mir einem Listenpreis von 15.149,-- DM angegeben. (Preis ist von SIGMA Stand 11/1999). Alternativ könnte man auch ein Spiegelteleobjektiv mit 600mm Brennweite und einer Festblende 8 wählen. Auch dieses Objektiv hat seinen Preis, der mit 1.099,-- DM zu Buche schlägt (gleiche Preisliste w. o.). Man sollte sich schon überlegen ob sich die Anschaffung solch teurer Objektive lohnt. Dies muss man auch im Verhältnis zur Häufigkeit der Nutzung überlegen. Denn hier stellt sich die Frage: Kaufe ich mir ein teures Objektiv oder gleich ein lichtstarkes Teleskop? Was möchte ich überhaupt fotografieren? Will ich mehr Sternfeldaufnahmen machen oder auch mal einen offenen Haufen auflösen oder Nebelregionen detailliert aufnehmen? Wenn diese Fragen überwiegend mit ja beantwortet werden sollte ein Teleskop die richtige Wahl darstellen. Es dient zum Beobachten und als gigantisches Teleobjektiv mit einer Lichtstärke die unter normalen Objektiven meist zu Preisen von Kleinwagen angeboten werden. Ich selber stand vor der gleichen Frage und habe mich für ein weitaus preiswerteres Teleskop entschieden, welches rege Verwendung findet. Claus Münch |
|||
| [ Seitenanfang ] |
Copyright © 1995-2001, GUFORC. Bildcopyright: C. Münch. Die Seiten dürfen nicht kopiert und/oder für komerzielle Zwecke (komplett oder zum Teil) verwendet werden. Reproduktionen und Textwiedergaben nur mit ausdrücklicher Erlaubnis von Claus Münch. |
|